Hartmann Schedel 1493 über den Untergang des Ordens

Austilgung des Ordens der Templarier. Hartmann Schedel. Weltchronik. 1493, 6.Buch S.221.

Ein Text!

Clemens der fünft ein vascomer. bischoff zu Burdegalia davor Bernhardus

gotho genant eins ritters sun werdt nach langem gezengk babst erkorn. dan

die cardinel warden von den perusinern in versamlung so lang gehalten bis sie sich

der wale in disen Bernhardum deßmals in Gallia wesenden vertrůgẽ. Als er nw

die potschaft seiner wale zu Burdegalia empfieng do zohe er gein Lyon und forde

ret daselbsthin zu ime die cardinel. die komẽ nach verzug in dẽ augstmonat des iars

des herrn M.ccc.v. Daselbst wardt der babst bekrönet in beywesen könig Philip

sen zu franckreich. Caroli seins bruders. Johann hertzogs zu brittannia unnd alles

adels in gallia. und dieweil man den babst nach gewonheit mit großem geprengk

durch die statt füeret do fiel ein hohe mawer darauff das volck dem geprengk also

zusahe zu grund ein. darunder verfieln der hertzog vo brittannia un sunst vil unnã

haftig lewt. So fiel Carolus des königs von Franckreich bruder in schwacheyt.

So wardt der babst in solcher geher auffrůr also under dem volck hin unnd her

gepanckelt und getriben das ime sein babstlicher hůt empfiel und ein köstlicher ias

pis daraus verloren wardt. Er machet sovil frantzosischer und gallischer cardinel

das sich leichtlich zevermůten gewesen wer  das hinfůro nymant dan einer auß gal

lia zu babst erkorn möcht worden sein. doch machet er welschem land und den rö

mern iren willen mit widereinsatzung der zwayer cardinel und römer Jacobi und

Johannnis der columneser. Auff das aber die römer von langs abwesens wegen

des bebstlichen hofs von Rom nit ungedůltig noch widerspennig würden so ver=

ordnet er drey bebst mit befolhnẽ gewalt ratherrlicher wirdigkeit gein rom zeziehẽ

und rom und welsche land zeregiren. Nachfolgend wardt auß seinem befelhe des mans Dulcini ketzerey nydergedruckt. und der templarier orden gantz außgelöscht.

Er hat auch die venediger von der von ferraria wegen verpant und singen und le

sen und die sacrament ernidergelegt. und deßgleichen auch wider die von Florentz

und Luca gehandelt. darumb understundẽ sich die Florẽtiner die pfafheit mit gros

sen anlegungen und stewren zebeschweren. Als er sich aber zu befridung des stands

der kirchen wendet do het er concili. Darin wardt das erst bůch clementinarii nach

ime genat gemacht. un Celestinus under dẽ namen petri in der heilligẽ beichtiger

geschriben. Nach erduldung vil schmertzlicher kranckheit starb er zu letst im newnden iar seins babstthumbs unnd der stůl feyret nach im in

das dritte iar.

[xx Zeilen andern Inhalts ausgelassen]





In dem iar unsers hails tawsent.ccc.xi. wardt in d

statt Vienna ein concili angefangẽ. Darin warn mer

dan dreyhundert Bischoff on andere prelaten von man

cherlay gegenten der werlt. und wiewol babst clemẽs

zu wilfarung dem könig zu franckreich. dem er zugesagt

het die gedechtnus babsts Bonifacij außzetilgen allen

fleiß ankeret so mocht er doch deßhalb von dem concili

kein verwilligung erlangen. yedoch erkleret er einen un=

rechten process uber dẽ könig zu frãckreich. Alda ward

gesetzt das alle der templarier habe und güeter dem spi=

tal iherusalem zugeachtet werden solten. ...  


[Blat CCXXIIr mit dem Leben des deutschen Königs Heinrich VIII. Ausgelassen.]


Blat CCXXII,verso: 


Dieweil babst Clemẽs sein anwesen                       

mit dem hoff nochmals in der statt

Pictauia het do wardt der könig zu frank

reich von seinẽ ambtlewtẽ (als man sagt)

also verlaytet das er dẽ babst verkündet

wie der hohmaister der Templarier und

sein brüedere in ettliche irrthumb unnd la 

ster gefallen wern also das sie cristum ver

schmeheten. lesterten un belacheten. vmb

dess willen und für den sie doch zestreytẽ

gewidemt wern. also auch das sie mit dẽ

türcken und sarracenen der sachẽ eins un

den cristen widerwertig wern. demnach

warden sie verfolget und großer mechti=

ger irer habe und güeter entsetzet und die

selben güeter zu anderm geprauch un an=

dern geistlichẽ und verfechtern cristẽlichs

glawbens zůgeaygnet. Als vil sich aber

(wie hievor gemeldt ist) diser ordẽ in reich

thümern meret. sovil mynnderet sich sein

heilligkeit. Nw wardt Jacobus ein bur=

gundier, der sich in disen orden thet nach

absterben des hohmaisters durch fürschůb der fürsten in das hohmaisterambt gefürdert. do begabe es sich ds

er in Philipsen des frankreichischen königs. dess sun er auß der tawff gehebt het ungenad fiel also das auß ver

hengknus des babsts alle fördersten diss ordens mitsambt dem benanten Jacobo irem hohmaister an eim ayni

gen tag auß befelhnus desselben könig Philippsen durch alles sein königreich gefangen und irer stett. schlößer

schetze. habe und güetere berawbt. und die gefangen gein parys gefüert. daselbst langzeit in panden gehaltẽ vil

schendlicher ding. der sie doch lawgneten gefragt. und zu letst alle. außgenomẽ Jacobum mit dreyen gesellen zu

prand verurteilt. und uber bekantnus rechts christenlichs glawbens. und uber widersprechung beschuldigter

ding verprennt. So wardt Jacobus gein Lyon. und von dannen nach bekantnus ettlicher ime vom babst für

gehaltner ding widerumb gein Parys gefüert und mit seiner gesellen einem. der des vienensischen Delphins bru

der was zum tod verurteilt. Als ime aber in gegenwertigkeit zwayer bestlichen legaten die urteil gelesen wardt

do bezeüget er das er des tods wirdig aber doch der ding in der urteil gemeldet nit schuldig wer. darauff lydde

er mitsambt des Delphins bruder in beywesen des königs die peyn des tods bestendigclich. ....


[.....................16 Zeilen andern Inhalts ausgelassen..............................]


Nach der gepurt des herrn. M.ccc.xiiij. iar erschynen drey monde und ein comet

gegen mitternacht drey monat. nach verscheynunng desselben starb könig Phi

lips zu franckreich. δ het. xxix. iar geregirt. dan auff dẽ geiade kom ein wilds schwein

und das pferd des königs also das er vom pferd fiel und unlang darnach mit todt

verschied. Diser wz gar ein schön man. gerads leibs un gueter glidmaß. aber er suchet

zevil leiplicher ergetzῦg. darῦb ließ er die seinẽ das königreich besorgẽ. Das kome dẽ selbẽ königreich zu großẽ vnstattẽ. Er ließe drey sün. nẽlich Ludwigẽ dẽ könig navarre


Blat CCXXIII, recto


Philipsen den grafen zu Pictauia oder pickardia. und Caroluz den grafen der marck. Alle diese drey sind ein kley

ne zeit könig zu franckreich und gar schön man und irer weiberhalb unglücklich gewesen. dann Ludwig hieße

die seinen erwürgen. So schiede sich philippus von δ seinen un name sich doch darnach wider auff. So hielt

Carolus die seinen in fangknus. und man maynte solcher unfal köme daher das sie in verpoten graden geheyra

tet hetten. oder von irs vaters frefel wegen mit fangknus an babst Bonifacio geübet.



Rodys die innseln gegen Lyciam uber gelegen ist in                 

disem M.ccc.viij. iar in der cristen gewalt komẽde

dem orden sant Johanßen auß babstlicher machte und

öberkeit befolhen worden. dan als die statt Iherusalem

gantz verlorn was. und die templarier von fals wegen

in große irrung vom babst außgelöscht warden do zo=

hen dise Johanniter in dise innseln und vertriben die tür

ken darauß. unnd richteten die statt die schier zerrüdett 

was mit hilff und fürschutz der cristẽ wider auff mit wi

der vernewung des schiffzeügs. Also das sie nit allain di

se inseln beschutzt und beschirmt. sunder auch den vo ci

pern und andern nahend gelegnen cristenlichẽ völckern

große hilff und beystand getan gaben. Disen rittern sind

von irer beschutzung wegen cristenlichs glawbẽs im ori

ent der templarier güeter durch die bebst und ander cri

stenlich fürsten zugeaygnet. ...
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© Rolf Speckner