Mysterienimpulse in der mittelalterlichen Kunst

Von Kindesbeinen an hat mich die mittelalterliche christliche Kunst in besonderer Weise fasziniert. So erinnere ich mich gut, wie ich als Knabe versucht habe, die Kirche San Marco in Venedig abzuzeichnen. Von der Adria zurückgekehrt, sass ich dann am Fenster der elterlichen Wohnung und versuchte die Zeichnung zu Ende zu führen.

Die schlichte norddeutsch-barocke Christianskirche, die von dem dänischen König Christian VI. 1738 gestiftet worden ist, auf die man von der elterlichen Wohnung am Ottenser Marktplatz blicken konnte, wurde ebenfalls Gegenstand zeichnerischer Versuche.

Pastor Otto sorgte dafür, dass die reiche Gemeinde an der Elbchaussee ein modernes Michaelfenster in den Kirchturm einbaute. Die Kirche setzte in diesen Jahren auch ein Glockenspiel wieder in Stand, ein Carillon, das zum Spaziergang am Sonntag vormittag einlud. Der Kirchenchor, bei dem ich mitsingen durfte, studierte große Werke ein, die wir auch in der Musikhalle aufführten, so z.B. Händels Messias.

 

Als ich auf meinen anthroposophischen Lehrer Dr. Hans Börnsen stieß, war eines seiner persönlichen Lebensthemen die Auseinandersetzung mit den esoterischen Elementen der mittelalterlichen Kunst, die man z.T. auf die innerkirchliche Spiritualität des Mittelalters zurückführen kann, z.T. aber auch auf die Wirksamkeit der Bauhütten. Dreizehn Jahre lang konnte ich ihn Woche für Woche zu Themen wie "Mysterienkunde in der Sprache der mittelalterlichen Kunst" hören. Auch die Themenformulierung, die ich für diesen Bereich gewählt habe, stammt von ihm.

 

Mein Interesse an diesem Thema ist nie erlahmt und ist heute rege wie eh und je. So werde ich nach und nach auch aus diesem Gebiet hier einiges mitteilen. Den Anfang mache ich mit einem Vortrag, den ich im "Forschungskreis Externsteine" 20... gehalten habe.

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© Rolf Speckner