Dieser Lebenslauf ist länger als üblich. Jan Raabe (Bielefeld) von der Antifa, der mit Prof. Uta Halle (Bremen) befreundet ist, behauptet öffentlich, dass ich der völkischen Szene angehöre. Deshalb... 

 

1949 - 1962

 

 

 

 

 

 

 

Silberkessel von Gundestrup (Jütland) 1.Jhdt.v.Chr.

1965

 

 

 

 

 

 

 

 

1967

Dr. Hans Börnsen. 1907 - 1983. Aufnahme ca. 1965

 

1968

 

 

1969-77

 

 

 

 

1974

 

 

1977

 

 

 

 

Pharao Userkaf. Regierte ~2500-2490 v.Chr.

1981

 

 

 

 

1983

"Darf ich vorstellen? Unser Sohn Johannes Benedikt! Gerade angekommen."
1982-84







1984-89





1983-89





1987
Joachim Heppner. 2014
Prof. Dr. Walther Matthes, 1901 - 1997.
1998




1999














2000
Dr. Georg Hees 1920-2000
2001




2002






2003





2006

 

 

2007

 

Nachbau des Roten Saals des Münchner Kongresses. Die Säulen J + B und die Tierkreis-zeichen des Antependiums.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christiane Schwarzweller, heute Gerges, inszenierte das Templerdrama "Schwarz-Weiss". Probenfoto.

 

 

2008

 

 

 

 

 

 

2009

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Waldorflehrer an der Schule Bexbach Horst Biehl auf dem Königshügel Dun. 2009.

Plan des Gartens von Edzell. Links unten das Schloß (Ruine). Das Quadrat ist der ummauerte Garten, "the walled garden". Rechts oben ist das Sommerhaus, in dem, wie man sagt, im Sommer fröhlich getafelt wurde. Rechts unten ist ist das Badehaus. An den drei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alfred Kon im Emerson College

 

2009

Christian Rosenkreutz-Tagung: Das Auditorium im Rudolf Steiner Haus am 11.10.2009.

2010

 

Karnak. Amun-Tempel. Große Säulenhalle.

Darstellung der Michaelschule in den geheimen Figuren der Rosenkreuzer. Hamburg, 1785.

 

 

 

Kosmos Runge. Die Nachtseite der Dinge. Hamborn. 2011.

2011

 

 

 

 

 

 

2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2013

Gil McHattie in Kilpeck. 6.2.2013

Kilpeck. Portalgewände.

 

 

 

 

 

2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2015

Der Pharao wird vor der Thronbesteigung gereinigt. Kom Ombo. Außenwand.
Stendal. Mariendom. Hauptschiff von West nach Ost.

 

 

 

 

2016

'Von der Theosophie zur Anthroposophie.  Anthroposophie in Hamburg. Band 1.

Mai 2016: Alfred Kon, Horst Biehl, Rolf Speckner im Saarland.

2017

Christian Gerblich.

18.1.1937 - 13.10.2017

Zeitgeschehen

Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung 9.11.2021

 

An die Süddeutsche Zeitung                            Rolf Speckner

Hultschiner Straße 8,                                       Steenkamp 17

81677 München                                               22607 Hamburg

                                                                         9.11.2021

 

 

Betrifft: Leserbrief zu „Europäische Krise“ und „Einmal Führung, bitte“, SZ 8.11.2021, S.4

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Nico Fried hat in seinem gut platzierten Kommentar zur Corona-Politik zur Eile gedrängt und von der Wucht der vierten Welle geredet und von ähnlichem. Er fordert die künftigen Koalitionäre auf, insbesondere Olaf Scholz, Führungskraft zu zeigen. Einmal davon abgesehen, dass mir der Ruf nach dem Führer nicht schmeckt, verlangt er von dem mutmaßlich künftigen Kanzler, zu erklären, „warum auf die Interessen einer ungeimpften Minderheit weiter mehr Rücksicht genommen wird als auf jene der geimpften Mehrheit…“ Er sieht darin wohl zu Recht die Handschrift der liberaldemokratischen FDP. Denn es handelt sich dabei nicht um die „Interessen“ der ungeimpften Minderheit, sondern um die grundgesetzlich verbrieften Rechte der ganzen Bevölkerung, wie z.B. das Recht der freien Arztwahl.

   Es ist bekannt, dass knapp die Hälfte der deutschen Bevölkerung verschiedene Arten von „Naturmedizin“, „homöopathische“ und „anthroposophische“ Heilmittel bevorzugt. Es ist das gute Recht dieser Menschen, über Impfungen generell und besonders die gegenwärtig ganz neuen Impfstoffe eine andere Meinung zu haben als die vermutliche knappe Mehrheit der streng materialistisch orientierten. Offenbar hat sich bereits eine nicht unbeträchtliche Zahl dieser Andersdenkenden – ich vermeide das Wort Querdenker, weil es allzu oft von Ihnen und anderen mit brauner Soße garniert worden ist – wider eigenen Willen zu einer Impfung entschlossen – gedrängt von der öffentlichen Hetze, sie seien dumm, unorientiert usw. Für wie dumm man in diesen Kreisen die Impfunwilligen hält, zeigt sich ja an den Verführungsversuchen durch das Angebot, kostenlos ein Fußballspiel besuchen zu können und eine Bratwurst zu erhalten. Derartige Angebote sind der Gipfel der Respektlosigkeit.

Die Tatsache, dass in Ihrer Zeitung keinerlei geistige Auseinandersetzung mit den Impfgegnern stattgefunden hat, dass nur die Argumente der Impfbefürworter zu hören waren,- und dies in einer Endlosschleife - zeigt, dass die Verantwortlichen auch in dieser Frage voll und ganz hinter der Regierung von Kanzlerin Merkel standen. Frau Merkel hat bei dem Treffen der G7 am 19.Februar verkündet: „Die Pandemie ist erst besiegt, wenn alle Menschen auf der Welt geimpft sind!“ Deutlicher kann man sein materialistisches Menschenbild – wohl eine Folge ihrer DDR-Erziehung und ihres Physik-Studiums – nicht zum Ausdruck bringen. Denn das heißt ja, dass die Selbstheilungskräfte der menschlichen Organismen gar nicht in Betracht gezogen werden. Das Rettende muss von außen kommen.

   Wer so radikales Gedankengut vertritt, ist auch geneigt, ihm mit Gewalt zum Durchbruch zu verhelfen. Und was sind die Schikanen, denen man die „Impfunwilligen“ aussetzt, anderes als Gewalt? Die Impfunwilligen dürfen nicht ins Lokal, nicht in die Behörde, nicht an ihren Arbeitsplatz, nicht ins Theater, nicht ins Konzert, usw…. Es ist noch nicht alles so beschlossen, aber angedroht. „Wenn Sie doch an Covid-19 erkranken, können wir nicht garantieren, dass wir Sie im Krankenhaus behandeln können…“, drohte ein Arzt in einer Zeitung.

   Wenn es wirklich um die Ansteckungsgefahr ginge, dürfte man keine Ausnahmen für Menschen machen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden dürfen. Sie sind nicht weniger ansteckend als die Widersetzlichen. Sie dürfen aber nicht bestraft werden, sagt man in einem Anflug von großherziger Menschlichkeit. Die „Impfunwilligen“ dürfen aber wohl bestraft werden? Es ist so durchsichtig! Längst fühlt sich die Regierung von den Impfgegnern herausgefordert. Längst sieht sie das Ganze auch als eine Machtprobe an. Und diejenigen Impfverweigerer, die dann doch positiv getestet werden, die müssen 14 Tage in Quarantäne, ob sie Krankheitserscheinungen haben oder nicht. Und nach dem Willen der Regierung sollen sie in diesen 14 Tagen auch keine Lohnfortzahlung erhalten. Sie dürfen nicht zur Arbeit gehen, sollen aber keinerlei Lohnausgleich empfangen. Ist das besser als Knast bei Wasser und Brot? Ja, ein wenig.

   Ist das die Treue zum Grundgesetz, die die Kanzlerin und ihre Minister bei ihrer Amtseinführung gelobt haben? Wenn Menschen unter diesen Umständen sich zur Impfung entschließen, ist das verständlich. Doch wird wohl niemand behaupten wollen, dass es sich um eine freie Entscheidung gehandelt habe. Der Vergleich mit dem Dritten Reich drängt sich hier geradezu auf.

   Für mich unterscheidet sich die an Hysterie grenzende Einseitigkeit von Frau Merkel nicht grundlegend von den Thesen einzelner Verschwörungstheoretiker. Der Unterschied ist nur der, dass sie einen Polizeiapparat zur Verfügung hat, den sie benutzt, um die Kritiker ihrer Politik zum Schweigen zu bringen. Ärzte Journalisten, missliebige Politiker müssen mit einer Hausdurchsuchung rechnen, wobei oft wichtige Arbeitsmittel wie PC und Handy zwecks angeblicher „Beweissicherung“ mehrere Tage einbehalten werden.

   Politische Justiz in Deutschland - darüber schweigen Sie. Die Neue Zürcher hat am 5.11.2021 auf S.2 einen halbseitigen Bericht über das Bundesverfassungsgericht veröffentlicht und darin die Abhängigkeit der Richter von den deutschen Parteien, die sie einsetzen, beschrieben. In diesem Artikel weist Fatina Keilani aus Berlin darauf hin, dass z.B. die Eilanträge aus den Kreisen derjenigen, die nicht mit der gegenwärtigen Politik einverstanden sind, unbearbeitet bleiben, auf die lange Bank geschoben werden. So steht es also um die Unabhängigkeit der Justiz in Deutschland. Auch das bemerken Sie natürlich nicht, man muss es aus einer angesehenen Schweizer Zeitung erfahren. Keilani fragt unter der Überschrift „Ist das höchste deutsche Gericht irrelevant geworden?“, ob das Verfassungsgericht nicht zum verlängerten Arm der Frau Merkel geworden sei.

    Nico Fried, Redakteur Ihrer Zeitung, fordert, wie gesagt, auf S.4, der Meinungsseite, den starken Mann, den „Führer“, der den Interessen der geimpften Mehrheit mehr Aufmerksamkeit widmen soll als den Rechten der ungeimpften Minderheit. Er stellt also den Mehrheitswillen über die elementaren Rechtsstaatsgarantien der Minderheit.

   Gleich daneben schreibt Wolfgang Janisch in einem Kommentar zum Schicksal der polnischen Justiz, das eine europäische Krise zum Ausdruck bringe: „Die Regierungspartei PiS hat sich auf den Weg in die illiberale Demokratie begeben. Also in ein vulgärdemokratisches Modell, das den Mehrheitswillen über elementare Rechtsstaatsgarantien stellt. Größter Störfaktor in einem solchen System: eine unabhängige Justiz.“ Und am Schluss schreibt der Herr Janisch: „Das Schicksal der polnischen Justiz geht alle EU-Staaten an. Das Beispiel Polens darf nicht Schule machen.“ 

   Wolfgang Janisch fordert, ganz Europa müsse sich dafür einsetzen, dass die elementaren Rechtsstaatsgarantien in Polen gegen den Mehrheitswillen erhalten bleiben. Nico Fried dagegen fordert, dass im Falle der Covid-19 Maßnahmen in Deutschland die Interessen der geimpften Mehrheit mehr wiegen müssten als die rechtsstaatlichen Garantien für die Ungeimpften.

    Was Sie in Polen als das Ende der Demokratie ansehen und beklagen und verurteilen, das fordert Ihr Redakteur Nico Fried für Deutschland ein! Wie ist es nur möglich, dass eine derartige Forderung, die das Grundgesetz beiseiteschiebt, in Ihrem sich so gern als vorbildlich gebenden Blatt zum Abdruck gelangen kann? 

 

Rolf Speckner

Offener Brief an den Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Dr.med. Peter Tschentscher

Herrn Dr.med. Peter Tschentscher                      Rolf Speckner

Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg,                                                             Steenkamp 17

Rathaus,                                                               22607 Hamburg

Rathausmarkt 1                                                    8992083

20095 Hamburg                                                    25.9.2021          

                                                                                                                                                                                                                                 

Sehr geehrter Herr Dr. Tschentscher,

 

Ich muss Ihnen schreiben, damit Sie wissen, dass im Land noch anderes vorgeht, als was wir in der sogenannten freien Presse finden können. Und was ich Ihnen schreiben werde, finden Sie nicht in den halbamtlichen Parteiblättern, die brav wiedergeben, was die Bundesregierung und der Senat wünschen. Wie hat sich die ehemals freie Presse verwandelt! Aus Erfahrungen und Begegnungen weiß ich, dass ich nicht allein mit meinen Gedanken und Gefühlen bin.

 

Ich bin zornig!  Zornig über das fortwährende Abbröckeln der Demokratie in diesem Land. Wissen Sie als Politiker denn gar nicht mehr, warum die Würde des Menschen unantastbar ist? Wissen Sie gar nicht mehr, dass die Freiheit ein unabdingbares Grundrecht ist?  Ich habe das Recht, selbst darüber zu entscheiden, was mit meinem Körper passiert. Niemand hat mir das zuzugestehen! Das älteste Freiheits-Dokument, welches heute noch im europäischen Kulturraum eine Bedeutung hat, ist die englische „Habeas Corpus“-Akte, deren Name besagt: „Du hast deinen Leib!“ oder frei übersetzt „Dein Leib gehört dir!“.

 

Sie versuchen aber, Menschen unter Druck zu setzen, um sie dazu zu bewegen, so mit ihrem Leib umzugehen, wie Sie es wünschen. Jeder muss doch selbst überlegen und sich entscheiden können, ob er geimpft werden will oder nicht. Es gibt Gründe dafür und es gibt Gründe dagegen. Die meisten Gedanken dazu dürften Ihnen als Arzt bekannt sein, vielleicht besser als mir, der Mathematik und Physik studiert hat. Die meisten Argumente sind allen bekannt, aber was sie für den Einzelnen bedeuten, welches Gewicht sie haben, das wird sehr unterschiedlich erlebt. Die Impfgegner sind doch keine unverständigen Toren. Sie werden selbst wissen, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil des medizinischen Personals der Kliniken sich weigert, einer Impfung mit den neuartigen Impfstoffen zuzustimmen. An deren fachlicher Versiertheit und Lebenserfahrung im medizinischen Bereich kann man wohl kaum zweifeln.

 

Daher gibt es in einer solchen Frage keine objektive Wahrheit und keine selbstverständliche moralische Pflicht. Aber moralische Gesichtspunkte werden gern aus dem Ärmel gezogen, wie man sie gerade braucht.

 

Dafür das jüngste Beispiel: Nichtgeimpfte wurden  staatlich verpflichtet, wenn sie infiziert sind – ob erkrankt oder nicht – zwei Wochen Quarantäne zu ertragen. Das ist schlimm genug für sie. Nun sollen sie, die doch nicht arbeiten dürfen, keine Lohnfortzahlung erhalten. Das wird moralisierend so begründet: die sind selbst schuld, denn sie hätten sich ja impfen lassen können. „Warum sollen „wir“ den Faulenzern auch noch das gute Leben bezahlen …. u.s.w.“

 

Ich bin selbst nicht davon betroffen, spreche also nicht pro domo. Aber als ein Mensch, der den Sinn der Impfungen für fragwürdig hält – immerhin stecken die Geimpften ja weiterhin an und sind (siehe Impfdurchbrüche) keineswegs sicher vor der Erkrankung geschützt – muss ich dem gegenüber feststellen: Ich bezahle doch – auf dem Wege der Zwangs-Solidarität (Steuern) – für die Impfungen der anderen mit! Wie hoch sind die Kosten für die zig Millionen von Impfungen, die bereits erfolgt sind, wie hoch diejenigen für die Zweitimpfungen und die „Auffrischungen“? Für all das, was ich für höchst fragwürdig halte, soll ich zahlen. Muss ich nicht genauso sagen: Sollen doch die Impfwilligen ihre Impfung selber bezahlen, wenn sie unbedingt eine wollen! Dafür will ich nicht aufkommen. „Die wollen geimpft werden und ich soll es zahlen!“ Der Gedankengang und das moralische Argument sind ganz parallel zu dem der Gesundheitsminister-Konferenz.

 

Das Moralisieren ist hier zu einem Mittel der Politik verkommen. Dasselbe gilt für die Ansicht angeblich vieler Krankenschwestern und Ärzte, dass sie keine Lust hätten, Ungeimpfte zu behandeln, wenn sie an Covid-19 erkranken sollten. Ich denke von den Ärzten, Schwestern und Pflegern viel zu gut als dass ich die kolportierten Ansichten diesen Menschen zuschreiben würde. Angeblich behaupten sie, die Ungeimpften hätten durch ihre Impfverweigerung die Erkrankung selbst verschuldet. Gilt das nicht auch für Raucher, die Lungenkrebs bekommen, für Trinker, deren Leber angegriffen ist, für Sportler, die mit Beinbrüchen eingeliefert werden, usw.? Auch hier wird ein scheinmoralisches Argument erfunden, um die Impfverweigerer oder -Zauderer weiter unter Druck zu setzen und es wird geradezu zu einer öffentlichen Hetzjagd aufgerufen.

 

Moralische Erwägungen zu erfinden, um den Willen anderer zu lenken, ist Ausdruck eines moralischen Defizits.

 

Dem Streit der Meinungen liegt ein weltanschaulicher Gegensatz zu Grunde. Deswegen wird er so erbittert ausgefochten und wird auch nicht durch Ihre unlauteren Beeinflussungsversuche beendet werden. Ich muß hier 15 Zeilen philosophisch werden: Viele Mediziner glauben, die materialistische oder allopathische Medizin sei keine Weltanschauung, sondern Wirklichkeitserkenntnis. Aber das ist ein Glaube. Denn nach Ansicht und Bekenntnis der meisten Mediziner kann man das menschliche Bewusstsein nicht aus dem Tanz der Moleküle erklären. Man kann recht genau beschreiben, welche leiblichen Prozesse stattfinden, während gedacht, gefühlt, gewollt wird. Wie aber der Gedanke, den ich innerlich in Worten oder mit Ideencharakter behaftet erlebe, mit den physiologischen Prozessen zusammenhängt, ist unklar – und zwar völlig. Die schlichte Identifikation der beiden - die materialistische These - scheitert schon daran, dass es zwei völlig verschiedene Beobachtungen sind, die da identifiziert werden sollen. Dort, wo wir die physiologischen Prozesse „beobachten“ (kurz gesagt) dort finden wir keine Gedanken, keine Gefühle usw. Auf der anderen Seite finden wir auf dem Schauplatz, wo wir unsere Gedanken und Gefühle und Willensentschlüsse erfahren, keine sinnlich wahrnehmbaren Vorgänge, insbesondere physiologischer Art. Wir können daher in keinem der beiden Bereiche mit den Mitteln der gegenwärtigen Wissenschaft den Übergang oder Zusammenhang beobachten. Auch künftig nicht. Es gibt zwischen diesen Erfahrungsbereichen keine mit den Sinnen beobachtbare Brücke!

 

Solange das Leib-Seele Problem nicht gelöst ist, bleibt der Materialismus, der alles auf die physiologischen Prozesse zurückführt, ein Glaube, m.E. ein Aberglaube. Ein Glaube muss nicht falsch sein, aber er ist eben ein Glaube, mehr nicht. Der Glaube, die Krankheit müsse durch die Unterdrückung der Viren – insbesondere durch die Impfung bekämpft werden, der ist es, der mit anderen Überzeugungen zusammenstößt. Es handelt sich in Deutschland um einen weltanschaulichen Konflikt.

 

Wer einen weltanschaulichen Konflikt dadurch zu lösen versucht, dass er die Gegner der eigenen Anschauung mit äußeren Mitteln zu zwingen sucht, die Richtigkeit seiner These anzuerkennen und sich in diesem Falle impfen zu lassen, der bewegt sich in einem schrecklich bekannten Umfeld. Den Willen anderer mit äußeren Maßnahmen brechen zu wollen, ist faschistisches Gedankengut!  War es vielleicht noch lustig, Menschen mit einer spendierten Thüringer Bratwurst, war es noch lächerlich, sie mit einem kostenlosen Besuch eines Fußballspiels für eine Impfung gewinnen zu wollen – so wird es durch die erklärtermaßen zunehmenden „Schikanen“ immer deutlicher, dass Vertreter dieses Staates nunmehr willens sind, die freien Entscheidungen der Bürger nicht zu achten und sie mit Zuckerbrot und Peitsche zu zwingen. Was für ein Menschenbild haben diese Beamten, die wir Monat für Monat bezahlen? Sie behandeln uns wie Tiere, die man nach seinem Geschmack dressieren kann.

 

Wer so etwas versucht, weiß nicht, was Würde und Freiheit des Menschen eigentlich sind. Er beweist dadurch auch, dass er selbst noch kein wirklich freies Wesen ist. Denn wer einmal begriffen hat, was die Freiheit dem Menschen bedeutet, der muss sie zu den höchsten Gütern der menschlichen Gemeinschaft zählen und kann ihr gegenüber nur so empfinden, wie es durch Beethovens neunte Symphonie erlebbar wird, die ja ursprünglich eine Ode an die Freiheit sein sollte und die ihren menschheitlichen Zauber über alle Länder ausgebreitet hat. Die Freiheit ist eine Menschheitstatsache geworden.

  

In der Tat kennt das materialistische Weltbild, an das heute so viele glauben, den freien Menschen nicht, auch nicht dessen Würde. Vegetative Automaten haben keine Würde. Es geht heute um viel mehr als nur darum, ob wir uns alle impfen lassen sollen, es geht darum, ob eine geistlose Weltanschauung, die in dem Menschen nur einen lebendigen Roboter sieht, den man nach Belieben programmieren darf, sich anmaßt auch über die Menschen zu bestimmen, die die Welt anders sehen und erleben.

 

Sie, Herr Dr. Tschtscher, die anderen „Landesfürsten“ und die Bundesregierung sind dabei, das Land in einem noch nie dagewesenen Maße zu spalten. Es ist fast beschämend, es sich vorzustellen, aber empfindungsgemäß fehlt nicht mehr viel dazu, dass uns, die die verlangten Impfungen kritisch sehen, ein Zeichen auf die Brust geheftet wird, damit schon aus der Ferne ersichtlich ist, wie gefährlich wir sind. Ja, ich habe in den letzten Monaten verstanden, wie die Juden sich kurz vor und im Anfang des Dritten Reiches gefühlt haben.

 

Beschwören Sie nicht einen Bürgerkrieg herauf!  Ich bin 71 Jahre alt, trotzdem würde ich mich daran beteiligen - mit Wort und Tat -, wenn die Regierenden nicht zur Achtung der Freiheit und Würde ihrer Mitbürger zurückkehren.

 

Ich setze mich gern für den deutschen Staat ein, wenn er die Freiheit achtet! Aber wenn nicht?  Wenn er ein Unrechtsstaat wird? Es liegt an Ihnen, durch besonnene Maßnahmen eine Brücke zu den von Ihnen, ihren Parteigenossen, Ihren Mitregierenden und hohen Beamten wieder und wieder beschimpften, geschmähten und ins falsche Licht gerückten Gegnern der Impfungen zu schlagen. Sie haben von Anfang an gegenüber der Bevölkerung eine Linie der Einschüchterung und der Angstmache verfolgt. Die Vorlage des Innenministeriums ist ja veröffentlicht worden. Sie haben von Anfang an den freien Willen der Bürger in diesem Land missachtet. Wer das Grundgesetz nicht achtet, hat den Anspruch auf unsere Achtung verloren und sein Amt verwirkt, weil er seinen Amtseid im zentralsten Punkt nicht erfüllt.

 

Ich erwarte von Ihnen nicht, dass Sie alle meine Ansichten nun plötzlich aufgreifen und „mit fliegenden Fahnen“ ins andere Lager überlaufen. Aber ich wünsche mir, dass Sie sich die Zeit nehmen, einmal mit einem oder einer Hand voll Menschen, die aus einem ganz anderen Weltbild heraus das Impfen verweigern bzw. in Zweifel ziehen, sprechen. Sie sollten wissen, wie diese Menschen denken, die von Seiten des Staates und seiner halböffentlichen Medien nur als „Querulanten“, „Bequemlinge“, „Querdenker“, „anthroposophische und esoterische Spinner“, ja sogar als „Rechtsradikale“ bezeichnet werden. In der Regel werden da Dinge behauptet, die mit diesen Menschen nichts zu tun haben. Die öffentliche Hetze vertieft die Kluft seit Monaten Tag für Tag.                                                     

Mit dem Ausdruck beispielloser Unzufriedenheit verbleibt

 

Rolf Speckner

 

 

PS.: Dass mein Brief mit dem Wahlgeschehen zeitlich zusammenfällt, ist ein Zufall, bedingt durch den erwähnten Beschluss der Gesundheitsminister, das den Eingriff der Politik auf die Spitze getrieben hat.

Offener Brief an die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

An

die Bundeskanzlerin                                                           Rolf Speckner

der Bundesrepublik Deutschland                                        Steenkamp 17

Frau Dr. AngelaMerkel                                                        22607 Hamburg

Bundeskanzleramt                                                040-8992083
Willy Brandtstraße 1

110557 Berlin.                                                                  6. Mai 2020                                                    

 

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

 

                                                               ich wende mich heute an Sie in großer Sorge um die Bundesrepublik Deutschland, für deren Wohlergehen einzutreten Sie einmal geschworen haben. Und ich anerkenne, dass Sie in den vergangenen Jahren vieles getan haben, was ich sehr schätzen kann, z.B. die Öffnung der deutschen Grenzen vor der Flüchtlingswelle, die ich nach wie vor für grundlegend richtig halte. Es hat in dieser Situation Ihr gutes Herz gesprochen. Auch die Abschaltung der Atomkraftwerke wird unserem Land auf Dauer von dem größten Nutzen sein.

                In der sogenannten Pandemie-Krise gehen Sie einen anderen Weg. Sie versuchen, einen wissenschaftlich fundierten Weg zu wählen und haben sich an das Grundprinzip gehalten, dass der Schutz des Lebens das Wichtigste sei. Als Siebzigjähriger und damit zur vermeintlichen besonderen Risikogruppe Zählender möchte ich Ihnen sagen, dass ich nicht der Meinung bin, dass der Schutz des Lebens das einzig zu berücksichtigende Gut ist. Vielleicht sind Sie noch etwas zu jung, um die Empfindungen und Gefühle zu verstehen, die einen älteren Menschen ergreifen, wenn er die heutigen ungeheuren Einschnitte in das öffentliche Leben wahrnimmt. Viele von uns sind nicht so furchtbar ängstlich gegenüber dem Tod. Er wird eintreten, wenn er eintreten muss. Uns ist es viel wichtiger, in einem Land zu leben, in dem die Grundrechte der freien Meinungsäußerung, der freien Berufsausübung, der freien Religionsausübung geachtet und sorgfältig gewahrt werden. Jeder Tag, an dem deutlich wird, dass wir in einem Land leben, in dem die Menschenwürde in ihrer vielfältigen Ausgestaltung in den Grundrechten ein unveräußerliches Gut sind, erfüllt uns mit Dankbarkeit und lässt uns für die Zukunft hoffen.

                Wir älteren Menschen haben in der Regel nicht das Problem, dass wir Angst um unser Leben hätten. Eine christliche und demokratische Union dürfte eigentlich auch nicht daran zweifeln, dass Erkrankungen nicht nur ein materialistisch zu verstehendes Phänomen sind. Ihr Handeln weckt aber den Eindruck, als ob es so wäre. Vielleicht ist Ihnen da Ihr Physikstudium im Wege? Die Tatsache, dass es vor allem Alte sind, die vor der Krankheit kapitulieren müssen, zeigt doch, dass es nicht nur das Virus ist, das die Schuld an dem letalen Ausgang einer Infektion hat, sondern dass der Allgemeinzustand des Menschen eine entscheidende Rolle spielt. Auch das ist in Italien erkannt worden: Alle „mit“ einer Coronainfektion Verstorbenen hatten eine oder mehrere gleichzeitig vorliegende Vorerkrankungen, sind also gar nicht an Covid-19 Viren gestorben. In Hamburg, meiner Heimatstadt, sind die „mit“ Covid-19 Viren infizierten Todesfälle sämtlich obduziert worden. Und Herr Püschel, unser oberster Gerichtsanatom musste feststellen, „dass keiner von ihnen an Korona gestorben sei,  sondern alle zwar ‚mit‘ Viren, aber aufgrund anderer Erkrankungen“. Die virale Entzündung hat ihnen „höchstens den letzten Schubs gegeben“,  so  Dr. Püschel. Sie wissen das vermutlich alles, aber ich kann nicht sehen, dass es in Ihre Entscheidungen eingeht.

                Ich muss Ihnen nicht sagen, dass eine italienische Studie gezeigt hat, dass das Durchschnittsalter der „mit“ Coronaviren Verstorbenen 82 Jahre beträgt. Die Zahlen liegen bei uns ähnlich hoch. Im Durchschnitt wird man heute in Deutschland 79 Jahre alt. Man spricht deswegen ja auch eben davon, dass wir Alten zu einer Risikogruppe gehören. Aber das wissen wir doch schon lange. Wenn man 82 Jahre alt ist, kann jede Aufregung, jede Anstrengung die letzte sein, auch jede Grippe,  jeder Schnupfen! Das ist nicht neu. Es ist deswegen nicht einzusehen, warum wir vor dieser „Covid-19 Welle“  besondere Angst haben sollen. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass die vermeintliche Pandemie sich nicht grundsätzlich von den Grippewellen vergangener Jahre unterscheidet.

                Es gibt in Deutschland nicht nur materialistisch Denkende, sondern auch Menschen, die das Leben nach anderen Gesichtspunkten gestalten wollen.  Sie sind nicht nur den Menschen, die eine allopathische Medizin bevorzugen, Rechenschaft schuldig, sonder auch denen, die eine ganz andere Medizin wollen, eine andere Landwirtschaft wollen, andere soziale Verhältnisse herbeisehnen.

                Ein Gesetz, das einen Impfzwang in Deutschland einführen würde, würde allen Menschen, auch denen, die ganz anders denken, die Folgen des Wahnes, der Stoff sei an allem Schuld, auferlegen. Die Bundesrepublik würde damit zu einem totalitären Staat werden, der Gesetze erlässt, die die Ängste der Materialisten bedienen und die Einsichten der Spiritualisten beiseiteschieben.  Dieses Beiseiteschieben bedeutet aber, dass wir spirituell Denkenden – und dazu gehören gerade viele alte Menschen – nicht nach dem handeln können, was wir als richtig erkannt haben. Und wenn ich nicht tun kann, was ich als richtig erkannt und mir vorgenommen habe, dann bin ich nicht frei. Es gibt heute kaum eine stärkere Triebfeder als den Willen ein freies Wesen zu werden. Wenn Sie diesen Willen nicht berücksichtigen, wird es zu heftigen Entladungen im Lande kommen. Ich jedenfalls werde mich jedem Impfzwang verweigern. Sie müssten das schon gewaltsam durchführen. Das aber wäre einer Vergewaltigung  zu vergleichen. So empfinden es sehr viele Menschen. Sind Sie sich bewusst, welche Sprengkräfte Sie damit in die Gesellschaft hineintragen?

                Der Mensch ist in erster Linie ein geistiges und seelisches Wesen. Die Väter des Grundgesetzes haben den Stellvertreter des Antichristen noch persönlich erlebt. Sie haben erlebt, dass wenn Hitler den Mund aufmachte, der Rachen der Hölle aus ihm sprach. So die Worte der „Weißen Rose“. Jedes Wort war Lüge, wie es auf einem ihrer Flugblätter hieß. Für diese Menschen, unsere Eltern und Großeltern,  war die Würde des Menschen eine Erfahrung, die sie erkennen lernten, als sie ihnen genommen wurde. Diese Erfahrung zerriss den Schleier der  äußeren physikalischen Erscheinung und machte offenbar, dass hinter der physischen Welt eine andere liegt, aus der heraus gewaltige Kräfte in unsere Welt wirken. Nie wieder! haben unsere Eltern gesagt.

                Trotzdem stehen wir jetzt vor der Situation, dass sich dieser Rachen wieder öffnet. Sie selbst haben die Schlüssel in der Hand. Sie bereiten Wege vor, die unter Außerachtlassung des geistigen Wesenskerns des Menschen eine Maschinenzivilisation um den Menschen herum ausbreitet, in der es die Werte des Grundgesetzes nicht mehr geben kann. Eine Betrachtung des Menschen als bloßen physischen Organismus kennt kein Christentum und keine Demokratie und muss unser Land zerstören. Zu diesen Zerstörungen gehören die Einrichtungen zur totalen Überwachung, die Einrichtung des ‚autonomen‘ Fahrens (wie man es nennt, wenn der Mensch nicht mehr selbst fährt!), die wahrscheinlich auf den ökonomischen Druck zurückzuführende Gleichschaltung der Presse, die Zerstörung der Landschaft und die Ausrottung von Insekten, Fischen und Säugetieren, usw. Alles wird dem Gott Mammon geopfert. In merkwürdiger Selbstvergessenheit wird alles dafür getan, dass wir eines Tages in einer Maschinenwelt aufwachen, die die Natur nur noch als Rohstoff kennt, den Menschen als Bediener der Maschinen. Wollen Sie das wirklich? Weil „die Entwicklung“ dahin geht? Müssen wir da „mithalten“?

Hochachtungsvoll

 

Rolf Speckner

Thomas Mann über die U.S.A. und Europa

 „Auf der anderen Seite mißfällt mir und beschämt mich eine schwächliche und selbstvergessene Verfallenheit Europas an Amerika, … wie drüben ein immer wieder zu beobachtender tiefer Respekt vor der älteren historischen Würde und Geprüftheit unseres Kontinents mit der Neigung, Europa als ökonomische Kolonie, militärische Basis, Glacis im zukünftigen Atom-Kreuzzug gegen Russland zu behandeln, als ein zwar antiquarisch interessantes und bereisenswertes Stück Erde, um dessen vollständigen Ruin man sich aber den Teufel scheren wird, wenn es den Kampf um die Weltherrschaft gilt […] In dieser sträflichen Neigung, meine ich, werden diejenigen, die drüben roh genug sind, sie zu hegen, bestärkt durch eine würdelose Devotheit Europas vor Geld und Macht, durch die ausgestreckte Bettlerhand, die Nachäffung amerikanischer Sitten, die den bewussten, noch selbstbewussten Europäer beinahe nach Parlamentskommissionen zur Untersuchung von „Un-European-Activities“ verlangen lässt, durch die kniefällige Bewunderung einer freilich imposanten success story, die „amerikanische Geschichte“ heißt, durch die Knechtseligkeit des Souternierten, eine Dienerei, die selbst dem ehrlichsten Freunde Amerikas Gefühle der Freude und Genugtuung einflößt über das kleinste Zeichen von Stolz, Steifnackigkeit, widerstehendem Selbstgefühl, das Europa noch aufbringt in seinem Verhalten zu dem gebietend spendenden Riesen über See. Thomas Mann kehrte nie wieder in die Vereinigten Staaten zurück“

 

Aus: Thomas Mann: „Deutsche Hörer!“ „Europäische Hörer“!, Darmstadt 1986, Rückseite, hrsg. Europäische Kulturgesellschaft Venedig,

 

Der folgende Beitrag in der New York Times vom 20.2.2019 von Theodore Postol, einem Hochschullehrer am M.I.T. macht uns mit den militärischen Tatsachen vertraut, die der Aufkündigung des I.M.F.-Vertrages zugrundeliegen. Postol stellt fest. "Die Tatsachen sprechen für die Russen". Es ist erstaunlich, dass es in der Bundesrepublik Deutschland keine "Fachleute" gegeben hat, die das durchschaut haben. Oder handelt es sich um eion Schweigekartell der L....presse? Die Nato behauptet wie immer: Der Russe ist an allem schuld. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde.

Ich habe den Aufsatz übersetzt und hier zugänglich gemacht.

R.Sp. 27.2.2019

Theodore Postol.

Rettet den I.N.F.-Vertrag. New York Times. International edition. 20.2.2019

In der griechischen Mythologie besaß Pandora eine Büchse, die nie zu öffnen sie gewarnt worden war. Ohne Verständnis der Folgen und trotz der Warnung öffnete sie die Büchse, wodurch sie die Plagen unumkehrbar freisetzte, die die ganze Menschheit auf ewig beunruhigen sollten. Die amerikanische Drohung, sich aus dem Mittelstrecken-Raketen Vertrag zurückzuziehen, der den Besitz von Raketen verbietet, die in der Lage sind Ziele anzugreifen im Abstand von 300 bis 3.400 Meilen, wird ähnliche Konsequenzen für die Menschheit haben, wenn sie ebenso ausgeführt wird trotz der Warnungen und ohne die Folgen zu bedenken.

 

Ein besonders schwieriger Aspekt dieser Situation ist es, dass Russen und Amerikaner einander gegenseitig anklagen, das Vertragsziel in Europa hohnlachend zu unterlaufen, indem sie planend vorbereiten oder schon Waffen aufstellen, die einen zweifachen Gebrauch ermöglichen – von außen gesehen zur Verteidigung, aber potentiell zum Angreifen nach schnellmöglichen Umwandlungen. Es ist nur fair auszusprechen, dass jede Seite der anderen Gründe geliefert hat, sich über deren letzte Absichten Sorgen zu machen, und dass die Amerikaner die russische Position ernstnehmen müssen. Wenn nicht beide Seiten damit aufhören der anderen zu drohen, sie anzuklagen und ihr etwas zu unterstellen, werden beide in Gefahr sein, wenn der Vertrag beendet wird.

 

Man bedenke: moderne nuklearbestückte Cruise Missiles werden weit fürchterlicher sein als jene Raketen, die verboten wurden als der INF-Vertrag 1987 unterzeichnet wurde. Fortschritte bei  den elektronischen Rechnern und der Steuerungstechnik haben konventionell bewaffnete Cruise Missiles hervorgebracht, denen während ihres Fluges Befehle gegeben werden können zur  Änderung ihrer Route und ihres Zieles, und langsam zu fliegen, um zu einem vorbestimmten Zeitpunkt anzugreifen. Mit diesen Fähigkeiten könnten Cruise Missiles von vielen Orten aus zugleich gestartet  werden und an zahllosen Zielen gleichzeitig detonieren.

 

Diese furchtbaren neuen Möglichkeiten beider Seiten würden die Chance eines versehentlichen Gebrauches von Kernwaffen während irgendeiner jetzt noch ganz unvorhersehbaren Krise substantiell erhöhen.

 

Wie sind wir in diese Lage gekommen? Der Weg in die gegenwärtige Krise kann zurückverfolgt werden bis zum September 2009, als Präsident Barack Obama für die amerikanische Raketenabwehr in Europa eine neue Herangehensweise gegen iranische Langstreckenraketen ankündigte. Sie würde die von der George W. Bush-Regierung geplanten sogenannten landgestützten Raketenverteidigungs-stellungen in Polen und Rumänien ersetzen,  und Mister Obama beschrieb seine neue auf Aegis basierende Europäische phasenweise anpassbare Methode als ein „gescheiteres und schnelleres“ Verteidigungssystem. Die Anlagen würden eine größere Zahl von kleineren und langsameren Auffangflugkörpern haben, die ins Ziel gelenkt werden würden von Aegis-Radar, wie es normalerweise auf U.S. Navy Kriegsschiffen verwendet wird.

 

Was Mr. Obama anscheinend nicht wusste, war, dass keines der Radarsysteme, die mit seinem Programm verbunden waren, iranische Langstrecken-Raketen in einer Entfernung wahrnehmen konnten, die weit genug war, um Abwehrflug-körper zu starten. Das war ein skandalöser Schnitzer, den man allein einem Mangel an technischer Information [des Präsidenten?] seitens des Verteidigungsministeriums zuschreiben kann und einem Versagen der Stäbe des Weißen Hauses und des State Departement, die dieser vorgeschlagenen Änderung innewohnenden Folgen angemessen gründlich für den Präsidenten zu prüfen.

 

Man hatte Präsident Obama wahrscheinlich auch nicht gesagt, dass die landgestützten Aegis-Einrichtungen in Polen und Rumänien schnell mit Cruise Missiles bestückt werden könnten, die eine Bedrohung mit einem unverzüglichen und heftigen Angriff auf das europäische Russland mit nur kurzer Vorwarnzeit darstellen.

 

Mit anderen Worten, die Entscheidung, landgestützte Aegis-Einrichtungen in Europa  zu installieren, erbrachte keine glaubwürdigen Raketen-Verteidigungsfähigkeiten für die Vereinigten Staaten,  schuf aber Einrichtungen, die in kürzester Zeit mit Dutzenden - oder Hunderten – von offensiven Cruise Missiles  bewaffnet werden konnten.

 

Das ist es, worauf die Russen seit Mr. Obama entschieden hat, seinen Plan weiter zu verfolgen, reagiert haben.

 

Nun ist der von der Regierung Trump geäußerte Grund für die Drohung, sich aus dem I.N.F. zurückzuziehen,  Russlands Entwicklung von SSC-8 Cruise Missiles, auch bekannt als die 9M729, die gegen die klaren Reichweiten-Begrenzungen des I.N.F.-Vertrages zu verstoßen scheinen. Ich überlasse es anderen, darüber zu argumentieren, ob die Russen tatsächlich gegen den Vertrag verstoßen haben; es ist gut möglich, dass sie es getan haben.  Aber die SSC-8 Rakete scheint charakteristische Eigenschaften zu besitzen, die den amerikanischen seegestützten Cruise Missiles „Tomahawk“ ähnlich sind. Die Tomahawks könnten leicht auf den Aegis-Stützpunkten eingelagert und von ihnen abgefeuert werden.

 

Die westlichen Nachrichten Organisationen haben die Russische Beschwerde, dass die amerikanischen Raketen-Verteidigungsanlagen für den Angriff geeignet seien oft wie eine Verschleierung behandelt. Aber die öffentlich zugänglichen Informationen machen klar, dass die auf Aegis basierenden Systeme in Osteuropa, wenn sie mit Cruise Missiles bestückt würden, tatsächlich den I.N.F. Vertrag verletzen würden.

 

Weil die Aegis-Systeme so wenig Nutzen haben, um iranische Langstrecken-Raketen abzufangen, war  es nur vernünftig für russische Militär-Planer und politische Führer sich darüber zu wundern, warum die Vereinigten Staaten sich dafür entschieden haben, sie in Osteuropa zu stationieren. Könnte diese Ent-scheidung auf eine strategische Absicht hindeuten, das System auf Zeit auszudehnen und zu verändern (was jetzt geschieht)?

 

Die Russen beharren darauf, dass diese doppelt verwendbaren landgestützten Aegis-Einrichtungen die Reichweiten-Begrenzungen des I.N.F.-Vertrages für Offensiv-Waffen verletzen. Die amerikanische Regierung argumentiert, dass ihre Einrichtungen in Polen und Rumänien keine Bedrohung Russlands darstellen, weil deren Computersoftware nicht brauchbar sei für das Abfeuern von Cruise Missiles.

 

Aber die mechanischen und elektronischen Bestandteile, die in den landgestützten  Aegis-Stützpunkten installiert wurden, sind unverändert dieselben, die auf den Schiffen der Kriegsmarine Verwendung finden, die entworfen wurden, um gleichzeitig sowohl Cruise Missiles in die Luft zu bringen wie auch Anti-Luft Raketen.  Wollte man die amerikanische Aussage akzeptieren, müsste man glauben, dass ein Computer, der entworfen wurde eine Marke eines standardisierten Flash-Laufwerks zu lesen, nicht ein anderes standardisiertes Laufwerk  einer anderen Größe oder Marke lesen könnte.

 

Die Probleme, die verbunden sind mit der Aufrechterhaltung des I.N.F.-Vertrages sind kompliziert. Beide Seiten haben berechtigte Bedenken, die gelöst werden müssen, wenn der Vertrag in den sechs Monaten zwischen seiner diesen Monat angekündigten Aussetzung und der endgültigen Aufhebung mit neuem Leben erfüllt werden soll. Die Tatsachen unterstützen den russischen Standpunkt. Diese Realität muss in die Rechnung einbezogen werden, wenn die Vereinigten Staaten  und Russland (und möglicherweise andere Länder) in eine fortgesetzte Kontrolle von Mittelstrecken-Waffen einwilligen sollen.

 

Beide Seiten müssen innehalten und an die allgemeine und vermeidbare Gefahr denken,  die sie hervorbringen, indem sie sich an Argumente klammern,  die ihnen einen unbedeutenden militärischen Vorteil verschaffen.  In der Tat können die existierenden Nuklearwaffensysteme alles möglich Vorstellbare vollbringen und noch viel mehr, das unvorstellbar ist. Es sind die unvorstellbaren Möglichkeiten dieser Waffen, die im Mittelpunkt stehen müssen, wenn man die gewaltigen und noch unbekannten Schrecken und Bedrohungen, die sie für die Stabilität der Welt und die Zukunft der Menschheit darstellen, bedenkt.

Amerika muss erkennen, dass die Regierung Obama unabsichtlich ein landgestütztes Raketenabwehr-System ohne Verteidigungskapazität gewählt hat, das nun aber für Russland wie ein Angriffssystem aussieht.

 

Die Trump-Regierung muss ihre Radikalen davon abhalten, einen sinnvollen Vertrag zu beenden und die Welt auf eine Schnellstraße zur Selbstauslöschung zu bringen. Und die Russen müssen sich zurückziehen von ihren Drohungen und ihrem Prahlen mit ihren neuen Raketen – eine törichte und gefährliche Reaktion auf die amerikanische Pfuscherei, die gegen ihre eigenen Interessen arbeitet.

Alle werden gewinnen, wenn der Wille besteht solche Kompromisse zu schließen. Alle werden verlieren, wenn nicht.

 

Der Verfasser Theodore Postol ist ein emeritierter Professor of „science, technology and national security” am M.I.T., dem Massachusetts Institute of Technology.

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